Bern, 23.08.2022 - Dank des Gewässerschutzes erhalten Gewässer mehr Raum, Abflüsse werden natürlicher, Lebensräume für Pflanzen und Tiere werden vernetzt und Verunreinigungen werden reduziert. Die Massnahmen der letzten Jahrzehnte zeigen lokal Wirkung. Es braucht aber weiterhin grosse Anstrengungen. damit die biologische Vielfalt in den Gewässern nicht weiter abnimmt und die Gewässer widerstandsfähig werden gegenüber dem Klimawandel. Zudem muss sichergestellt werden, dass das Grundwasser auch in Zukunft qualitativ hochwertiges Trinkwasser liefert. Zu diesem Schluss kommt die heute veröffentlichte erste gesamtschweizerische Analyse «Gewässer in der Schweiz - Zustand und Massnahmen» des Bundesamts für Umwelt BAFU.


Auszug aus dem Bericht:

Mikroverunreinigungen und Nährstoffe belasten die Gewässer Obwohl sich die Wasserqualität in gewissen Bereichen verbessert hat, erfüllt sie die gesetzlichen Mindestanforderungen vielerorts nicht. Gemäss dem Gewässerbericht beeinträchtigen Pestizide aus der Landwirtschaft und Arzneimittel aus Siedlungsabwasser viele Bäche und Flüsse des Mittellandes und der Tal ebenen. Das Grundwasser ist verbreitet mit Nitrat und Abbauprodukten von Pestiziden belastet. Deshalb kann es mancherorts nur noch eingeschränkt als Trinkwasser genutzt werden. Gemäss dem vom Parlament im März2021 genehmigten Bundesgesetz über die Verminderung der Risiken durch den Einsatz von Pestiziden, sollen die Risiken für Oberflächengewässer und die Belastung des Trinkwassers durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2027 um 50 Prozentvermindert werden. Bestimmte Seen und Fliessgewässer enthalten weiterhin zu viel Phosphor und Stickstoff. Als Folge davon ist der Sauerstoffgehalt in manchen Seen deutlich zu tief; Fische und Pflanzen gehen ein. Über die Flüsse geraten zudem zu grosse Mengen Stickstoff aus der Schweiz in die Meere. Das Parlament hat daher 2021 den Bund beauftragt, dafür zu sorgen, dass die Kläranlagen zukünftig noch mehr Stickstoff aus dem Abwasser entfernen.

Hier sehen sie den gesamten Bericht:

Erste nationale Analyse zum Zustand der Gewässer zeigt Fortschritte und Defizite auf (admin.ch)